Montag, 29. Juni 2026

Ein Rückblick

 

18.06.26

Ein Fest für Leser und Hörer

Dummheit ist nicht «wenig wissen»,
auch nicht «wenig wissen wollen»,
Dummheit ist «glauben, genug zu wissen».

[Konfuzius]

Buch 1) Henning Beck: 12 Gesetze der Dummheit

Aus dem Buch las Olaf Markert am Freitag, dem 11.6.2026 ab 16 Uhr im Büro Die Linke in der Neugasse. Der Raum war überraschend voll. Meißner und Auswärtige waren neugierig, was da passieren wird. Noch gab es Stühle und in den Fensternischen weiche Kissen.

Aller Anfang ist schwer − besonders bei der Auseinandersetzung mit diesem alltäglichen Thema. Dabei ist die Sache selbst viel ernster, als die meisten Menschen glauben. Schon vor zweieinhalb tausend Jahren gab Konfuzius uns die obige Definition. 

Und der Antifaschist Dietrich Bonhoeffer setzte sich noch im Angesicht des Todes mit der furchtbaren Wirkung von Dummheit auseinander. Im Konzentrationslager schrieb er 1943: "Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos."

Olaf Markert las einen weniger aggressiven Text über die Dummheit, die im Kostüm der Routine, des Gewohnten und des scheinbar Vernünftigen daherkommt. Dummheit die (fast) keinen aufregt. Die uns in Ruhe lässt wie die Romantik und der Philosoph Kant mit seinem Bild vom deutschen Wald.

"Ich bin nicht gerne dumm." − schloss er seine Lesung.

Buch 2) Katrin Markert: Mensch, aussortiert

Die Autorin selbst las aus ihrem eigenen Buch und hatte sofort die Aufmerksamkeit der Meißner ­− schon durch das Lokalkolorit dieser Geschichte vom Herrn Unruh und seinem Hund. Vom Bahnhof Meißen über die kleine Wohnung bis zur Einäscherung. Und man spürte, dass diese Geschichte einen Teil eigenen Lebens abbildet.

„Die Wahrheit ist konkret.“ − sagt Bertolt Brecht. Und Katrin Markert zeigte in ihrem Text, wie man als Mensch den Artikel 1 des Grundgesetzes konkret verteidigt und verwirklicht, wo Behörden versagen: Die Menschenwürde, unverletzlich und doch so oft verletzt in Einzelschicksalen.

Der Raum war noch voller geworden und einzelne Gäste mussten bereits stehen. Zum Abschluss wurde das Buch auch gekauft. Schönster Leser-Dank für Autoren.

Buch 3) Tara-Louise Witwer: Dramaqueen


Mit diesem Buch machte Jessica Hamann auf die offensichtliche und unterschwellige Abwertung von Weiblichkeit aufmerksam. Wenn sie nicht so furchtbar eilig gelesen hätte, dann wäre sicherlich auch noch ein kleiner Verweis auf die Meißenerin Louise Otto-Peters, Autorin und Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitung, möglich gewesen. Denn Meißen ist ein gutes Pflaster für demokratische Literaturen, gerade weibliche! Man muss es nur sehen wollen.




Der Leseort) Altstadtcharme und kulturelle Verantwortung

Maria Fagerlund und Daniel Bahrmann ist es zu danken, dass hier schon das 17.Literaturfest stattfand.

Und Die Linke hat sich mit ihrer Geschäftsstelle so richtig „reingehängt“. Mit Vielfalt aber auch Tiefgründigkeit. Weiter so!

Meißen ist bunt.

Freitag, 8. Mai 2026

GEH-DENKEN AM 7. UND 8.MAI 2026

  Treffen an den Gedenksteinen

In Erinnerung an die 14 Millionen gefallenen Soldaten der roten Armee trafen sich Coswiger am 7.Mai an dem Gedenkstein Salzstrasse. 

Auch nach 81 Jahren ist das Ausmass der miltärischen und zivilen Opfer des 2.Welt-krieges schwer vorstellbar-60 Millionen Tote! Wie werden die Opferzahlen in einem erneuten Weltkrieg aussehen? Auch wenn KI,Drohnen und Roboter zunehmend eingesetzt werden - ohne Soldaten wird niemand Krieg führen können!

Schon jetzt gibt es weltweit so viele Kriegsherde, dass der Blick in eine friedliche Zukunft  schwerlich optimistisch ausfällt.

 Deshalb war der Schwerpunkt unseres Treffens der Schwur-"NIE WIEDER"-und damit die Aufforderung zu "Friedensfähigkeit".

Folgender Song bringt es sehr gut auf den Punkt:

 https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=jetzt+geht+das+alles+schon+wieder+los#fpstate=ive&vld=cid:edd5536e,vid:S4NKR1buarc,st:0




Wir gedachten der Opfer der roten Armee- wohlwissend, daß die heutige russische Armee ganz andere Ziele verfolgt, als eine "Befreiung"!

Auch bei unserem heutigen Treffen vor dem weinböhlaer Gedenkstein waren wir leider nicht viel mehr als ein Dutzend Teilnehmer...Die Namen der gefallenen Männer machen deutlich, daß es  noch am 8. Mai 1945 Opfer gab.

Auch hier fielen deutliche Worte:                                  Alles nur noch nackter Wahnsinn

....Waffen schaffen keinen Frieden                                keine Lösung ist in Sicht,

doch wir bauen immer mehr,                                         doch ich will nicht resignieren   

als ob diese schöne Erde                                                und ohne Hoffnung leben,

nur ein Platz für Kriege wär`.                                         das kann ich nicht.

 aus einem Lied von Howard Carpendale       

Ursula Windsheimer 

Sonntag, 3. Mai 2026

Einladung zum GEH-Denken

 Für uns kein überholtes Ritual

ist der Treff an den  Gedenksteinen anläßlich des Tages der  Befreiung der Stadt Coswig bzw. der Gemeinde Weinböhla durch die rote Armee. 

Auch in diesem Jahr trifft sich die Ortsgruppe Coswig und Weinböhla der Partei "DIE LINKE"
    am 7.Mai  10 Uhr an dem Gedenkstein Ecke Moritzburger zu Salzstrasse in Coswig
     und an dem Gedenkstein in Weinböhla am 8.Mai  ebenfalls um 10 Uhr.

Bringt euren Friedenswillen anläßlich dieses Gedenktages mit uns zum Ausdruck!
 
i.A. des Ortsvorstandes Ursula Windsheimer 
 
 
 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Nachtrag zum Gedenken am 27.01.2026-an alle "Nachgeborenen"

 

Gegen das Vergessen               von Karl Retzler

Nein, du trägst keine Schuld daran, was deine Eltern.

Großeltern, Verwandten und Bekannten getan haben.

Doch, doch du machst dich mitschuldig, wenn es wieder passiert!

Nein, du trägst keine Schuld daran, was passiert ist, als du ein

Kind warst oder was vor deiner Geburt geschah.

Doch, doch du machst dich mitschuldig, wenn es wieder passiert!

Du machst dich mitschuldig, wenn du zulässt, dass es verharmlost wird!

Du machst dich mitschuldig, wenn du zulässt, dass es vergessen wird!

Du machst dich mitschuldig, wenn du zulässt,

dass wiederum Menschen wegen ihrem Glauben, ihrer Herkunft.

Ihrer sexuellen Ausrichtung, ihrer körperlichen, gesundheitlichen, geistigen Einschränkungen

verunglimpft, ausgegrenzt, verfolgt oder gar getötet werden!

Du machst dich schuldig, wenn du den neuen Nazis nachläufst, sie

verharmlost, unterstützt oder gar ein Teil von ihnen bist!

Niemals mehr soll jemand sagen: ich habe es nicht gewusst!

Niemals mehr soll jemand sagen: ich hatte keine Wahl!

Niemals mehr soll jemand sagen: was hätte ich denn dagegen tun                 können.

Niemand braucht und niemand will ein zweites 1933-1945!

Die Wahl hast du! Du kannst sehen und hören!

UND VOR ALLEM: Du kannst handeln! Gegen das Vergessen!

                                 Gegen das  Augen verschließen! Gegen das Nichtstun!